Lauenburg hoch vier

Lauenburg hoch vier – Eine Stadt auf purem Höhenflug

Als der Bürgermeister von „Boomtown“ Lauenburg sprach und eine chinesische Delegation, mit der man rein sprachlich schon ein paar Probleme hatte, nach Lauenburg einlud, stieß er damit auf Unverständnis bei einigen Bürgern. Aus welchem Grund sollte eine große, chinesische Industriestadt die Partnerstadt von Lauenburg werden?

Als sich die betroffenen Bürger der Altstadt nach dem Hochwasser 2013 im Rahmen des neuen Hochwasserschutzkonzeptes für die Lösung C der Projektgruppe entschieden, ahnte auch noch niemand etwas Böses. Erst als aus der Presse die lauenburgisch-chinesischen Verbindungen bekannt wurden, ging einigen Lauenbürgern ein Licht auf. Die Hochwasserschutzlösung C steht nicht für das dritte von mehreren Konzepten, sondern ist die Abkürzung C, für China. Der Hochwasserschutz für die Lauenburger Altstadt wird aus einer neuen chinesischen Mauer bestehen. Diese Mauer wird bis zur ehemaligen Rudergemeinschaft Lauenburg (RGL) gehen, die vom DBC übernommen wird. Der DBC (Drachenbootclub) wird davon profitieren, dass sämtlicher privater Bootsverkehr im Bereich Lauenburgs auf Drachenboote beschränkt wird. An die Paukenschläge der taktgebenden Steuermänner wird sich die Lauenburger Bevölkerung gewöhnen. Schließlich sind sie das ständige Getute unserer beiden Aushängeschilder Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ und Dampfeisbrecher „Elbe“ ja gewohnt. Beide Schiffe werden natürlich an chinesische Verhältnisse angepasst und nennen sich dann 威廉 und 易北河.

Aber nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft ist Lauenburg chinesisch aktiv. Durch seine chinesischen Kontakte erfuhr der Bürgermeister, dass der Bedarf für einen Flughafen in unserer Nähe besteht. Da der Flughafen von Stockholm auch ca. 80 km außerhalb der Stadt liegt, lag nichts näher, als den maroden Flughafen Lübeck anzubieten. Der neue Investor hat einer Umbenennung von „Flughafen Lübeck“ in „Lauenburg International Airport“ bereits zugestimmt. Das Ganze muss natürlich von der deutschen PuRen Germany GmbH gesteuert werden. Getreu dem Vorbild des neuen Berliner Flughafens (BER) hat man hier anstelle von Herrn Mehdorn den Politiker Matthiesen als Flughafenchef eingesetzt. Schließlich ist es die Politik, die die Wirtschaft steuert. Oder?

Die Wirtschaft bleibt derweil auf dem Boden. Die Auwiesen und weiteres Deichvorland bieten sich hervorragend für den Anbau von Reis an. Landwirte aus dem Hinterland, die zur Zeit noch hohe Subventionen für ihre Milch-Viehzucht bekommen, könnten sich der Zucht von Wasserbüffeln widmen. Das würde EG-weit die landwirtschaftlichen Subventionen senken. Dass man in den ohnehin überzähligen Dönerbuden im Laufe der Zeit nur noch chinesische Nudeln bekommt, trägt bestimmt zur Steigerung der Volksgesundheit bei. China Town Lauenburg, mit eigenem Flughafen, nur so kann man die Stadt auch für Besucher wieder attraktiv machen. Ob das vorhandene Fachwerk durch geschnitzte Drachenköpfe ergänzt wird, klärt die Stadt gerade mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Lauenburg hoch vier. Nur so geht es.

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